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22. November 2016

6. cluster-forum – Herausforderungen im Ballungsraum Basel

Am 16. November 2016 begrüsste Franz A. Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel, in der Markthalle in Basel zum 6. cluster-forum des Logistikcluster Region Basel. Von 1929 bis 2004 wurde dieser beeindruckende Kuppelbau in erster Linie für den Grosshandel mit Obst- und Gemüse als Markthalle genutzt. Eine Logistikplattform mitten im Zentrum, das war lange Zeit schweizweit einmalig. Der Ort weisst also eine passende Symbolik für das Schwerpunktthema des Anlasses auf: Herausforderungen der Logistik im Ballungsraum Basel.

 

Regierungsrat Christoph Brutschin, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel-Stadt, zeigte die volkswirtschaftliche Bedeutung der ansässigen Logistikbranche auf und freute sich über den erfolgreichen Verlauf der Initiative «Logistikcluster Region Basel».

 

Nach einem kurzen Rückblick der Geschäftsstelle zu den Projekten des Clusters, erläuterte Martin Ruesch, Rapp Trans AG, dass die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen steige und der Logistikmarkt in unserer Region wachse. Die Region Basel habe einen bedeutenden Anteil am Schweizer Gesamtlogistikmarkt. Relevante Logistiktrends – wie Globalisierung, Reduzierung der Lagerbestände, Standortkonzentration, neue Letzte Meile-Angebote – liessen darauf schliessen, dass der Bedarf nach Logistikflächen weiter steigen wird. In einer Studie für die Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz wurden die Industrie- und Gewerbezonen in den beiden Basler Kantonen auf ihre Eignung für Logistiknutzungen untersucht. Damit die Güterver- und -entsorgung weiterhin sichergestellt sei und der Logistikstandort Raum Basel längerfristig erhalten bleibe, bedürfe es einer vorausschauenden Planung – anstelle der teilweise bisher praktizierten Verdrängung der Logistik.

 

Monika Zander von Coop bestätigte die Aussagen von Martin Ruesch. Als Hauptgrund bei der Wahl des Einkaufskanals gaben 37 Prozent bei einer Kundenbefragung den Standort an, bei weiteren 57 Prozent wird dieser als Grund genannt. Mit dem mit Abstand höchsten Wert ist der Standort also der zentrale Faktor. Zander führte weiter aus, dass der demografische Wandel ein verändertes Konsumverhalten mit sich bringe. So sei beispielsweise Zeit heute ein Luxusgut. Coop trete dem mit zwei Konzepten entgegen: Mit der Pick-up-Option und der Bestellung über Coop@home. Der konsequente Ausbau des Online-Angebots in Verbindung mit dem stationären Handel sei für Coop elementar. Der Kunde bestellt online und wählt aus, ob er die Waren zugeschickt oder diese in einer Verkaufsstelle abholen möchte. Dies sei bequem, einfach und unkompliziert.

 

Janick Mischler und Andrea Marrazzo von der Post zeigten innovative Lösungen auf, um den Herausforderungen der Logistik in Ballungsräumen entgegen zu treten. Spezielle Lieferungen könnten künftig mit Lieferrobotern und Drohen durchgeführt werden. Diese befänden sich allerdings noch in der Testphase und sind im Transportgewicht und der Flugzeit noch stark eingeschränkt.

 

Camion Transport, so erläuterte Jürg Dünner, arbeite mit einem dualen Transportsystem für Stückgut. Die Hauptdistanz werde über Nacht mit der Bahn zurückgelegt. In Umschlagszentren würden die Stückgüter auf den LKW verladen und erreichten morgens den Empfänger. Das Transportkonzept Schiene/Strasse sei zudem sehr umweltfreundlich.

 

Im letzten Referat überzeugte Peter Tomasek der Metropol Kurier GmbH, dassman mit dem Cargovelo im Ballungsraum Basel selbst temperaturgeführte Güter schnell, umweltfreundlich und kostengünstig ausliefern kann. Lediglich im Volumen des Gutes sei Metropol eingeschränkt.

 

Nach einem kurzen Ausblick auf die Projekte des Logistikclusters Region Basel für 2017, nutzten die Gäste den Apéro zu Austausch des soeben Gehörten.

 

Präsentation

Martin Ruesch, Rapp Trans AG

Monika Zander, Coop

Janick Mischler und Andrea Marrazzo, Post

Jürg Dünner, Camion

 

Film Coop to Go

 

Impressionen 

 

Aurelia Vögeli
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
a.voegeli@hkbb.ch
T +41 61 270 60 80

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28. November 2016

Breisinger Markus

Ich bedanke mich für unzählige bereichernde, spannende und lehrreiche Begegnungen im Zusammenhang mit dem Logistikcluster Region Basel. Eine Herzensangelegenheit lebt weiter. Viel Erfolg dem Ausschuss und dem Projektteam. Ich freue mich, als Gast wieder zu kommen. Herzliche Grüsse Markus Breisinger


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